Film

Der Flug des Navigators
USA 1986.
Regie: Randal Kleiser.
Länge: 90 Min.
Video-Erscheinungstermin: 1990.

Buchcover
Zurück in die Vergangenheit
von Rainer Pawliczek (1998)
Als der 12-jährige David Freeman bei einem Waldspaziergang plötzlich in eine Schlucht fällt, scheint das normale Leben des Jungen vorbei zu sein. Bei seiner Rückkehr nach Hause findet er nichts so vor, wie er es ,vor kurzem’ verlassen hat: kein nerviger Bruder, kein tollender Hund. Seine Eltern, die ihn schon lange tot glaubten, sind inzwischen grau geworden, und sein ,kleiner’ Bruder überragt ihn nunmehr um Kopfeslänge. Komplizierte Tests bestätigen, dass David fast acht Jahre lang verschwunden war, aber trotzdem nicht gealtert ist – Rätsel, für die sich auch NASA-Forscher interessieren, zumal Davids Gehirn offensichtlich direkt mit Computern kommunizieren kann und seltsame astronomische Geheimnisse wie Sternenkarten und Raumschiffpläne preisgibt. Besteht womöglich eine Verbindung zwischen dem Jungen und einem kürzlich gelandeten Raumschiff? Und warum vernimmt David immer wieder diese seltsame Stimme, die nach einem ,Navigator’ ruft?

Unter der Regie von Randal Kleiser, der sich mit Serien und Filmen wie „Starsky & Hutch“, „Grease“ oder „Die Blaue Lagune“ einen Namen gemacht hat, ist ein spannender und humorvoller Film entstanden, der ohne spektakuläre Raufereien und Laserduelle auskommt. Die Darstellungen wirken realistisch und die Tricks halten selbst dem Vergleich mit heutigem Computerzauber stand. Der Film bietet in mehrfacher Hinsicht Möglichkeiten zur Evasion für die kindlichen Zuschauerinnen und Zuschauer: Träume vom Fliegen und von unbekannten Galaxien und Flugobjekten werden ebenso bedient wie die Wünsche, Verantwortung zu tragen oder einmal nach Herzenslust mit Schimpfwörtern um sich zu werfen. Die Emotionalisierung durch die musikalische Gestaltung, durch Zeitlupen und raffinierte Kameraeinstellungen erleichtert die Identifikation mit dem sympathischen Helden David.

Der Film von 1986 hat seine Aktualität bis heute nicht verloren: Immer wieder kursieren Gerüchte über mögliche Entführungen von Menschen in den Weltraum, die Dimension ,Zeit’ ist nach wie vor ein Faszinosum, das wissenschaftliche Diskussionen und Experimente bestimmt. Doch auch die negative Seite moderner Forschung und die damit verbundenen sozialen und psychischen Probleme werden deutlich. David muss erkennen, dass er nach all seinen Erlebnissen wohl niemals in ein normales Leben zurückkehren kann. Zum Schluss wendet sich dennoch – fast zu sentimental – alles zum Guten: David kehrt ins Jahr 1978 und zu seiner Familie zurück. Alles in allem ein Film, der spannende Unterhaltung und Spaß für die ganze Familie garantiert und eine Empfehlung nachdrücklich verdient.