Jugendbuch

Hetmann, Frederik/Tondern, Harald:
Schöne Grüße aus der Zukunft
Aarau u. a.: Sauerländer 1991.
(Erstauflage 1984)
240 S.
Vom Horror der heilen Welt
von Ute Hentschel (1998)
vgl. Sammelrezension "Vom Horror der heilen Welt – Negative Utopien in Jugendbüchern"

Dies gilt in anderer Hinsicht auch für den Titel „Schöne Grüße aus der Zukunft“ von Frederik Hetmann und Harald Tondern. Dem in zwei große Kapitel unterteilten Buch liegt zwar ein reizvoller Plot zugrunde: Geschildert werden zwei 18. Geburtstage, im Jahre 1984 der von Thomas, im Jahre 2010 der seines Sohnes Kristian, an denen sich beide jeweils die Frage nach ihrer persönlichen und beruflichen Zukunft stellen.

Gleichzeitig thematisiert das Buch auch zwei unterschiedliche Arten zu leben sowie deren Folgen für die Zukunft der Menschheit. Thomas steht für eine politisch konservative, auf Fortschritt und materiellen Erfolg ausgerichtete Lebensform. Seine Schwester Britta und später sein Sohn Kristian repräsentieren die alternative, idealistische und naturnahe Lebensweise. Leider ist das aber auch die einzige Funktion der Romanfiguren: Sie verkörpern unvereinbare Lebensauffassungen, wobei an keiner Stelle des handlungsarmen Romans ein Zweifel darüber besteht, dass die Sympathie der Autoren der letzteren gilt. Dies lässt sich auch an kleinsten sprachlich-stilistischen Details belegen. Lesbarkeit und Attraktivität des Buches werden gemindert durch die teilweise endlosen weltanschaulichen und belehrenden Dispute der Figuren. Den Lesenden wird letztlich keine Chance gelassen, einen eigenen Standpunkt zu entwickeln.