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Titel: Elliot, der Drache / Originaltitel: Pete's Dragon
USA/2016
Regie: David Lowery
Drehbuch: Toby Halbrooks, David Lowery
Musik: Daniel Hart
Kinostart (D): 25.08.2016 / DVD/Blu-ray: 01.05.2017
FSK: ab 6 Jahren/Filmlesebar-Altersempfehlung: ab 7 Jahren

Rezension
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Übersicht
Lowery, David (Regie): Elliot, der Drache
Schmunzelmonster reloaded oder Eine alte Geschichte für eine neue Generation
von Lena Göbbels, Anna Lammerschmidt und Emma Schuren

Nachdem seine Eltern während eines Ausfluges verunglückten, läuft der fünfjährige Pete (Oakes Legley) verängstigt in den Wald. Als er von einem Rudel Wölfe umzingelt wird, rettet ihn ein riesiger, grüner, auf den ersten Blick furchteinflößender, doch in Wirklichkeit überaus freundlicher und fürsorglicher Drache. Pete tauft seinen neuen Freund und Elternersatz auf den Namen Elliot – und von da an leben die beiden unhinterfragt und glücklich zusammen im Wald. Sechs Jahre sind die beiden unzertrennlich, bis das gemeinsame Leben durch eine Waldrodung gestört wird. Pete trifft dabei auf die junge Natalie (Oona Laurence), ihren Vater Jack (Wes Bentley) und ihre Stiefmutter Grace (Bryce Dallas Howard). Später wird er von Grace mit zu sich nach Hause genommen. Der durch den Zivilisationsschock verängstigte Junge versucht der Familie verständlich zu machen, dass er wieder in den Wald möchte und berichtet schließlich von seinem unwahrscheinlichen Freund, dem Drachen Elliot. Grace ist zunächst skeptisch, erinnert sich jedoch an die Geschichte ihres Vaters (Robert Redford), der darauf beharrt, selbst als Kind einen grünen Drachen im Wald gesehen zu haben. Pete steht schließlich ein Konflikt bevor, denn er sehnt einerseits das gemeinsame Leben mit Elliot zurück und will ihn beschützen, andererseits fühlt er sich geborgen und aufgenommen in der Familie von Grace…

Der Familienfilm „Elliot, der Drache“ erschien im August 2016 in den deutschen Kinos. Er wurde von Disney unter der Regie von David Lowery produziert und ist ein Remake des 1977 erschienenen Musicalfilms „Elliot, das Schmunzelmonster“, der auf einer unveröffentlichten Kurzgeschichte von Seton I. Miller und S. S. Field basiert. Unterschiede lassen sich neben der Handlungsführung vor allem in der Animation von Elliot erkennen. Während der sympathische Drache 1977 noch als charmante Zeichentrickfigur in den Realfilm eingefügt wird, spiegelt sich nach 40 Jahren ein deutlicher Fortschritt der Technik in Form einer atemberaubenden CGI-Animation wider, die das Kunststück fertigbringt, ein mimisch hochdifferenziertes ‚Kuschelmonster‘ auf die Leinwand zu bringen. Darüber hinaus sind die Musicalelemente aus „Elliot, das Schmunzelmonster“ im Remake nicht mehr vorhanden, was dem Filmvergnügen aber keinen Abbruch tut. Insgesamt überzeugt das Werk durch seine visuelle Gestaltung: So stützen die Auswahl der Farben und die Variation der Helligkeit im Film die Dramaturgie. Beispielsweise verändert sich das Erscheinungsbild des Waldes stark im Verlauf des Films, von einer strahlenden Landschaft hin zu einem düsteren und mystischen Ort, majestätisch in Szene gesetzt durch ‚Panoramaflüge‘ der Kamera.

Eine der Besonderheiten des Remakes liegt darin, dass die Zuschauer*innen bereits in der Exposition eine indirekte Regieanweisung für die Rezeption des Films erhalten: Es wird von einem mutigen Jungen gesprochen, dem ein Abenteuer bevorsteht, dass er, wenn er nur mutig und zuversichtlich genug ist, auch bewältigen wird. Denn ähnlich wie einige weitere Disney-Filme beginnt „Elliot der Drache“ traurig, wenn auch der Verlust der Eltern nur indirekt dargestellt wird. – Durch die Rezeptionsanweisung wird aber nahegelegt, wie der Film wohl weiter- und später ausgeht... Darüber hinaus lassen sich weitere Parallelen zu anderen von Disney produzierten Filmen erkennen: Als Pete das erste Mal nach sechs Jahren wieder auf andere Menschen trifft, erinnern diese Szenen an „Das Dschungelbuch“ oder „Tarzan“. Petes Verhalten in der Großstadt lässt dabei an ein wildes Kind denken, das in einer fremden Welt gestrandet ist, wobei es sich ja um unsere ‚zivilisierte Welt‘ handelt, die wir durch ‚fremde Augen‘ ein wenig besser kennenlernen können.

„Elliot der Drache“, so kann man resümieren, ist ein Kinder- und Jugendfilm, der nicht nur auf Unterhaltung abzielt, sondern von Anfang an zum Nachdenken anregt. Er eignet sich für einen Filmabend mit der ganze Familie, an dem sowohl Groß als auch Klein sehr viel Freude haben werden. Wie ein typischer Disney-Film gelingt es „Elliot der Drache“, die Zuschauer*innen in den Bann von Elliot und seinem kleinen Freund Pete zu ziehen. Es werden Freude, Trauer und Wut hervorgerufen und es ist ausgeschlossen, dass man im spannenden und actiongeladenen Schlussteil nicht mitfiebert. Der Film eignet sich aber nicht für die jüngsten Zuschauer*innen, sondern erst für Kinder ab 7 Jahren, da der Tod von Petes Eltern zwar ‚verdeckt‘ dargestellt und von Kindern daher anders wahrgenommen wird als von Erwachsenen, aber dennoch den Erzählanlass bildet. Trotz dieser kleinen Einschränkung lädt der Tierfreundschaftsfilm „Elliot der Drache“ fast alle Zuschauer*innen ein in eine überwältigende Abenteuerwelt voller Magie und Phantasie.