Zusammenhalt

Auch in diesem Semester hat das Les(e)bar-Seminar wieder das ‚Buch des Semesters‘ gewählt:

Platz 1 geht an Sarah Crossans „Eins“. Die Protagonistin und Ich-Erzählerin Grace erzählt über ihr Leben mit ihrer Schwester Tippi. Die beiden verbindet aber mehr als gewöhnliche Geschwister – sie sind von der Hüfte abwärts zusammengewachsen. Wie bereits in „Die Sprache des Wassers“ schreibt Crossan in rhythmischer Prosa, mit großem Assoziationsreichtum und ausdrucksstarker Symbolik. Denn genau das sind die beiden Schwestern: stark. Sie teilen jeden Moment ihres Lebens und trotzdem gelingt ihnen der Prozess der Individuation; sie sind körperlich eins, halten zusammen und genau deshalb begegnen wir in „Eins“ zwei starken Persönlichkeiten.

Unser zweiter Platz geht an Kenneth Oppels „Das Nest“. Auch hier geht es um Zusammenhalt: Steve steht vor der immensen Entscheidung, ob er zu seinem totkranken Bruder steht oder dem verlockenden Angebot nachkommt, von einem Schwarm Wespen einen gesunden Klon seines Bruders erschaffen zu lassen. Alles, was er dafür tun muss, ist ‚Ja‘ sagen. Und dabei weiß die LeserIn nie so genau, was Realität und was Fantasie ist. Doch auch hier siegt am Ende der Zusammenhalt.

Unser dritter Platz geht an Susan Gómez Redondo und Sonja Wimmers „Am Tag, als Saída zu uns kam“. Mit ausdruckstarken und symbolhaften Bildern wird die Freundschaftsgeschichte zweier Mädchen erzählt, die sich zusammen auf die Suche nach Saídas verlorenen Worten machen; denn sie ist neu in Deutschland und spricht marokkanisch. Durch das Eintauchen in die verschiedenen Kulturen gelingt es den beiden, Saída wieder sprechen zu lassen.