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Ludwig, Sabine:
Fische haben keinen Po
Mit Illustrationen von Edda Skibbe.
Hamburg: Dressler 1999.
176 S., € 10,90.

Auch als TB:
Frankfurt a. M.: Fischer 2004.
(Fischer Schatzinsel 80356)
(Erstauflage 2001)
218 S., € 6,90.


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Übersicht
Ludwig, Sabine: Fische haben keinen Po
Friede, Freude, Sojaklops?
von Sylvia Preis
„Was ist ein Armleuchter?“, will die vierjährige Melly wissen. „Ein Idiot“, verrät ihr großer Bruder Jojo, während Papa noch an einer pädagogisch wertvollen Antwort bastelt. Jojo kennt das schon. Seit Papa vor drei Jahren ausgezogen ist und sich zum „Freitagsvater“ zurückentwickelt hat, muss der Junge eben selber die Antworten geben. Doch nach Mamas Teppichfransen-Unfall im Hausflur geht alles drunter und drüber: Mama hat einen verstauchten Fuß, Jojo muss die ganze Hausarbeit machen; und dann ist da noch Dr. Lohmeyer, der ja eigentlich Kinderarzt ist, aber trotzdem jeden Tag zu Mama kommt, um nach ihrem Fuß zu sehen. Das Familienglück ist in ernsthafter Gefahr! Ein Kerl, der Sojaklopse mit Hirseflocken für ein Abendessen hält und redet, als hätte er ein Lexikon verschluckt, darf auf keinen Fall sein neuer Vater werden! Jojos Ziel: Die Familie retten! Aber bevor es dazu kommt, gibt es noch eine ganze Menge zu tun ...

Der zwölf jährige Jojo tritt in „Fische haben keinen Po“ als Ich-Erzähler auf, der dem Leser die Ereignisse um seine Familie schildert. Sabine Ludwig reduziert die äußere Handlung zugunsten der Gedanken und Gefühle des Erzählers. Die sicher allen betroffenen Kindern und Jugendlichen bekannten Gefühle der Angst, Eifersucht und Verunsicherung werden glaubwürdig dargestellt. Der dialogische Stil des Buches, die an Cartoons erinnernden Illustrationen von Edda Skibbe und die Darstellung von Melly, die mit der typischen Weisheit und Theatralik einer Vierjährigen das Leben ihrer Familie auf den Kopf stellt, machen das Buch für junge Leser zu einem leicht verständlichen Lesespaß.


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